Stephan Beckmann Bochum

Montage Tip – Fix Dome Kameras

Ueberwachungskamera-aussen

Fix Dome Kameras im Außenbereich

Jede Überwachungskamera im Außenbereich soll die bestmöglichen Bilder liefern – das wäre zumindest mein Anspruch. Dazu wünschen sich die Anwender entweder, dass ihre Kameras möglichst auffällig und abschreckend wirken oder ganz im Gegenteil, sich unauffällig in das Gesamtbild einpassen sollen. Die Fix Dome Kameras passen auf jeden Fall besser in die Kategorie „unauffällig“ als andere Varianten.

Stichwort „Überwachungsdruck“

Sobald die Kamera in der Nähe von öffentlichen Bereichen montiert wird, könnten Nachbarn oder Passanten „Überwachungsdruck“ empfinden. Im Klartext bedeutet es, sie fühlen sich überwacht. Leider erzeugen die doch so unauffälligen Fix Dome Kameras aus rechtlicher Sicht den größten Überwachungsdruck, weil von außen kaum erkennbar ist, in welche Richtung wohl gefilmt wird. Bullet- oder Box-Kameras im Gehäuse bilden hier eine günstigere Ausgangslage für den Streitfall, solange diese klar erkennbar auf das eigene Grundstück gerichtet sind.

In der innerbetrieblichen Anwendung spielt der Überwachungsdruck durch die Bauform eine untergeordnete Rolle. Der Umfang der Überwachungsmaßnahmen hier im Rahmen der Mitbestimmungsrechte in einer individuellen Vereinbarung schriftlich und verbindlich geregelt.

Fix Dome Kamera hängend oder auf der Wand montieren?

Wenn die Fix Dome Kamera im Außenbereich eingesetzt wird, empfehle ich stets die hängende Montage, im Idealfall unter einem Vorsprung, der gleichzeitig vor Witterungseinflüssen schützt oder alternativ, mit einem passenden Wandarm, vor der Wand hängend. Aus meiner Sicht erhöht eine Wandmontage die Wahrscheinlichkeit von Störungen der Bildqualität und ist zu vermeiden.

1. Fremdlicht

Bei Wandmontage scheint die Sonne im Tagesverlauf direkt senkrecht und aus spitzem Winkeln auf die Kuppel. Das kann auch bei künstlicher Beleuchtung passieren, selbst wenn diese oberhalb der Kamera erstrahlt. Ein Teil des Lichts wird an den Materialübergängen Luft-Plexiglas-Luft reflektiert, Licht kann innerhalb des Plexiglases der Kuppel reflektieren und so zum Störfaktor werden. Im Sommer erwärmen sich die schwarzen Flächen in der Kamera durch das direkte Sonnenlicht sehr stark.

Die hängende Kuppel wird im Tagesverlauf meist nur im stumpfen Winkel vom Sonnenlicht gestreift, das Licht wird nach außen reflektiert und eine Erwärmung der schwarzen Bauteile vermieden.

2. Niederschlag

Bei Wandmontage trifft der Regen voll auf die Kuppel. Am Anfang mag das Wasser noch gut ablaufen, doch das Plexiglas verwittert und Wassertropfen oder ein Wasserfilm entstehen. Beide beeinträchtigen das Bild und fangen zusätzliches Fremdlicht ein.

Bei hängender Montage erreicht nur sehr wenig bis gar kein Niederschlag die Kuppel. Clevere Designer haben ihren Gehäusen zum Schutz der Kuppel eine Abtropfkante spendiert.

3. Alterung

Der UV-Anteil im Sonnenlicht ist aggressiv und lässt Kunststoffe verwittern. Die einst glatten Oberflächen werden rau, klares Plexiglas wird milchig. Fotografen benutzen Filter und setzen solche Weichzeichner-Effekte künstlerisch ein. In der Videoüberwachung verlieren wir Details.

4. Verschmutzung

Bei Wandmontage ist die Oberseite der Kuppel ein willkommener Landeplatz für Staub und Vogelkot. Das ist zunächst nicht schlimm, da die Kamera ja meist nach unten ausgerichtet ist. Doch jetzt kommt der Regen, nimmt den Schmutz mit und hinterlässt beim Trocknen dessen Spuren. Die verschmutzte Oberfläche verstärkt die eingangs geschilderten Störungen durch Fremdlicht.

5. Kratzer

Die verschmutzte Kuppel wird zur Erhaltung der Bildqualität regelmäßig gereinigt, doch das Plexiglas ist sehr empfindlich und die Chance auf kleine, fast unsichtbare Kratzer ist groß. Im Zusammenspiel mit dem Fremdlicht werden die Kratzer dann sehr deutlich und beeinträchtigen ebenfalls die Bildqualität.

Resümee

Es gibt keine technischen Vorgaben, wie eine Fix Dome Kamera korrekt zu montieren ist. Doch die aufgeführten Überlegungen sollten bei der Ausführung berücksichtig und deren störende Einflüsse durch geeignete Maßnahmen möglichst kompensiert werden.

Stephan Beckmann

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